Unser erster Stopp 👹🍣🎎 Mein Japan

IMG_8514.JPG

Jede Reise hat einen Anfang und leider auch ein Ende, wobei man Letzteres natürlich gerne so weit wie möglich hinausschieben will. Und auch später, wenn die letzte Reise schon wieder etwas zurückliegt, erinnert man sich lieber noch einmal daran, wie alles begonnen hat.

Und in genau diese Kerbe schlage ich jetzt auch. Ich habe wieder einmal Bilder unserer letzte Kyotoreise rausgesucht, und diesmal ein paar herausgesucht, die wir am Tag unserer Anreise gemacht haben. Wir waren bereits ein ganzes Stück unterwegs und unser Ziel, die alte Kaiserstadt Kyoto, lag nun unmittelbar vor uns. Ein klein wenig mussten wir noch fahren, aber gefühlt waren wir nun fast am Ziel.

Wir waren jetzt am Biwako-See, dem größten See Japans, welcher sich in der Mitte der Hauptinsel Honshu befindet. Wir hatten bereits die Autobahn verlassen und fuhren auf einer recht gut ausgebauten Landstrasse an der Westseite des See entlang, welches dabei immer wieder in Sichtweite kam.

Wie ich bei einem Blick auf Google Maps festgestellt hatte, lag vor uns ein Schrein, welchen ich mir unbedingt anschauen wollte. Ich hatte nämlich ein paar Bilder gesehen, die sofort mein Interessen erweckt hatten und mich entschieden, dass mir hier nun anhalten werden. Unsere Reise hatte ja auch begonnen, und wir waren ja auch unterwegs, um etwas zu sehen. Und damit kann man einfach nicht früh genug anfangen.

IMG_8513.JPG

Unser erstes Ziel war der Shirahige Shrine, welcher direkt am Ufer des Biwaka-Sees liegt. Er ist einer der ältesten und bedeutendsten Schreine der Präfektur Shiga und blickt auf eine über 1900-jährige Geschichte zurück. Der Name „Shirahige“ bedeutet übersetzt „weißer Bart“ und verweist auf die verehrte Gottheit Sarutahiko no Ōkami, einen Shintō-Gott, der als Wegweiser und Beschützer von Reisenden gilt. Angeblich kommen viele Besucher hierher, um für eine sichere Reise, Gesundheit und ein langes Leben zu beten.

Das Wahrzeichen des Schreins ist sein beeindruckendes rotes Torii, das einige Meter vor dem Ufer direkt im Wasser des Sees. Ein Foto dieses Torii hatte ich früher bereits einmal gesehen, und genau wegen dieses Tors haben wir dann wohl auch angehalten.

Dieses „schwimmende Torii“ wirkt manchmal, als würde es über dem See schweben, und erinnert viele Besucher an das berühmte Torii von Itsukushima Shrine auf der Insel Miyajima. Die Atmosphäre am Shirahige-Schrein ist jedoch viel ruhiger und stiller, auch wenn an jenem Tag auf der Hauptstraße, die das Schreingebäude und das Torri trennen, eine ganze Menge Autos unterwegs waren.

Es ist auch gar nicht so einfach, auf die andere Seite der Straße, also die Seeseite zu kommen, und man muss sich daher mit einem Bild aus der Ferne zufrieden geben. Diese sind mir aufgrund der Lichtverhältnisse und meinen wohl doch manchmal eher bescheidenen Fotografenfähigkeiten nicht ganz so gelungen, aber ich habe noch ein wenig rumgebastelt und dann vielleicht doch noch was aus meinen Bildern rausgeholt.

IMG_8509.JPG

Der Shirahige-Schrein selbst liegt wie gesagt direkt an der Westseite des Biwako-Sees in der Stadt Takashima. Im japanischen Volksglauben gilt er als Ort der Erneuerung und des Übergangs. Die verschiedenen Torii markieren symbolisch die Grenze zwischen der weltlichen und der spirituellen Welt – wie ein Tor, durch das man gedanklich in einen heiligen Raum eintritt.

IMG_8512.JPG

Hier sehen wir nun das Hauptgebäude, dessen Eingang direkt auf den See blickt. Es ist eher klein gehalten, zumindest in Anbetracht dessen, dass es sich hier eigentlich um einen großen und berühmten Schrein handelt. Aber klein ist manchmal viel ehrlicher als protzdend groß, und dadurch auch viel würdevoller. Es ist wohl am Ende das Zusammenspiel aus Natur, Geschichte und Spiritualität, das den Shirahige-Schrein für viele Besucher zu einem so besonderen Ort macht.

IMG_8516.JPG

Hier haben wir noch ein Bild vom dem metallenen Drachen, in japanisch Ryū 龍 genannt, der am Temizuya, dem rituellen Wasserbecken für Ordnung sorgt. Drachen gelten in Japan als mächtige Wasserwesen und als Beschützer heiliger Orte und stehen für Reinheit, Lebenskraft und die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Deshalb findet man an vielen Schreinen statt eines einfachen Wasserhahns oft einen solchen Drachenbrunnen, der für mich schon einige Male als Fotomotiv fungiert hat. Und dafür zolle ich dem Drachen auch jedes Mal meinen ausführlichen Respekt.

IMG_8508.JPG

Wir liefen im Anschluss dann noch ein kleine Runde durch das Schreingelände, hinter dem sich gleich der Wald und die Berge anschließen. Unser erster Stopp war ein netter Auftakt für all das, was wir in den folgenden Tagen noch erleben wollten. Eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, auf dem Rückweg hier noch einmal kurz anzuhalten, was dann aber leider nicht geklappt hat. Aber wir waren hier und ich habe ein paar erste nette Fotos gemacht. Und wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja bei unserer nächsten Kyotoreise, hier noch einmal anzuhalten. Es könnte zwar noch ein paar Jahre dauern, aber ich hätte auf keinen Fall was dagegen....

IMG_7211.JPG

blog-ende.png



0
0
0.000
0 comments