Mal zum Kanda-Schrein 👹🍣🎎 Mein Japan
Meine großen Reisen liegen leider schon einige ganze Weile zurück und in den letzten Jahren haben ich mich meist an Orten rumgetrieben, welche mir schon recht vertraut waren. Auf die Gründe will ich hier an dieser Stelle gar nicht eingehen, denn es gibt eine ganze Menge. Viel mehr wollte ich ausdrücken, dass man auch dort, wo man schon so oft vorbeigekommen ist, immer wieder etwas Neues entdecken kann.
Genau so geht es mir zum Beispiel mit der japanischen Hauptstadt Tokio, welche ich wohl auf der Liste meiner Lieblingstädte ganz oben an erster Stelle verorten würde. Und wer einmal in Tokio war, weiß: Diese Stadt ist mehr als nur eine Millionenmetropole – sie ist jedes Mal von Neuen ein Erlebnis.
Zwischen jahrhundertealter Tradition und futuristischer Technologie, ruhigen Tempeln und pulsierenden Straßenvierteln kann man eine faszinierende Welt entdecken, die ihresgleichen sucht. Ich bin Tokio schon vor Jahren verfallen, und auch wenn ich schon sehr oft durch die Straßen meiner Lieblingsstadt gestromert bin, gibt es auch für mich dort noch eine ganze Menge zu entdecken.
Ich liebe den Mix aus Tradition und Moderne, wobei mich das Alte eher anziehen tut als das Neue. Aber da beides immer und überall als Symbiose daherkommt, sollte einem als Besucher hier nie langweilig werden.
Und deshalb begeben wir uns auch heute wieder auf eine kleine Runde in Japans Hauptstadt. Genauer gesagt geht es zum Kanda-Schrein, an den wir bei einem unserer letzten Besuche halb zufällig und halb geplant vorbeigekommen sind. Lehnt euch also ruhig zurück und folgt mir...
Wir stehen nun vor dem großen Toori, dem Haupttor zum Kanda-Schrein, der auch als Kanda‑Myōjin bekannt ist und der sich im Zentrum Tokios, ganz in der Nähe des berühmten Elektronikviertels Akihabara befindet. Die Geschichte des shintoistischen Schreins reicht bis ins 8. Jahrhundert zurückt, er wurde ursprünglich wohl um das Jahr 730 in der Gegend von Ōtemachi errichtet und steht seit dem frühen 17. Jahrhundert, nachdem das Tokugawa Shogunat Edo als neue Hauptstadt ausgebaut hat, an seinen heutigen Standort.
Tokugawa Ieyasu förderte den Schrein und stärkte seine Rolle als Schutzheiligtum für die neue Hauptstadt. Im Laufe der Zeit wurde der Schrein mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, unter anderem nach dem Großen Kantō‑Erdbeben von 1923. Im 20. Jahrhundert wurde er immer wieder restauriert, wobei für die traditionelle Bauformenen teils modernen Materialien verwendet wurden.
Hier sehen wir das Zuishin‑mon (随神門), ein zweigeschossiges, prächtig lackiertes Tor, welches die Schwelle zwischen dem profanen Stadtraum und dem heiligen Bereich des Schreins markiert. Die kräftigen Farben, Statuetten und shintoistischen Symbole am Tor stimmen den Besucher schnell auf diesen spirituellen Ort ein und wirken wie ein magischer Anziehungspunkt.
Wie auch in vielen anderen Schreinen und Tempeln besticht auch das Zuishin‑mon mit einem kräftigen Zinnoberot, das man schon von Weiten leuchten sehen kann. Das Tor hat ein auffälig geschwungenes Dach mit grünen Ziegeln und einen breiten Balkon mit großer Brüstung. Über dem Durchgang hängt eine zentrale Schriftplatte mit der Inschrift des Schreinnamens, flankiert von Laternen und dekorativen Schnitzwerken.
Direkt dahinter gibt es einen zentralen Platz, an dessen Ende sich das eigentliche Hauptgebäude befindet, das im Gongen‑zukuri‑Stil erbaut wurde. Auch dieses ist rot lackiert und reich mit Gold‑ und Lackverzierungen geschmückt, was seine Bedeutung als einem der wichtigsten Schreine Tokios noch einmal unterstreicht.
Zu den im Kanda‑Schrein verehrten Kami zählen unter anderem Daikokuten und Ebisu, zwei der Sieben Glücksgötter, die besonders von Geschäftsleuten um Wohlstand und Erfolg angerufen werden. Als weiterer Kami wird im Kanda-Schrein auch noch Taira no Masakado verehrt, einem historischen Krieger und Regionalfürsten aus der Heianzeit vor über 1000 Jahren. Dessen Deifizierung (oder Vergöttlichung) führte zu einem teils sehr lokalen Kult und einem ambivalenten Mix aus Rebellenmythos und Schutzgottheit.
Hier sehen wir im Vordergrund einen steinernen Komainu, welche auch „Shishi“ genannt werden. Diese mythischen Löwenhunde dienen bei vielen Schreinen aber auch Tempeln als imposante Wächterfiguren. Die Statuen stehen traditionell paarweise im Eingangsbereich wo sie böse Geister und unerwünschte Besucher vertreiben sollen. Wir kamen ja mit guter Absicht und durften daher auch passieren und uns umsehen.
Der Kanda-Schrein war an diesem sonnigen Frühlingstag gut besucht, wobei sich zum Glück noch nicht die Auswirkungen des derzeit auch in Japan immer problematischen "Over-Tourism" zeigten. Das Inselreich im Fernen Osten ist insbesondere auf Grund der derzeit sehr schwachen eigenen Währung zu einem sehr populären Reiseziel geworden, was man natürlich auch in der Hauptstadt merkt.
Im Mai findet hier dann auch das Kanda‑Matsuri statt, eines der drei großen Festivals Tokios. Dieses Festival ist eng mit dem Schrein verbunden und findet in in seiner großen Form in allen ungeraden Jahren statt. Es ist berühmt für die prächtig geschmückten Mikoshi‑Paraden, die durch die umgebenden Stadtteile ziehen und die große Menschenmengen anziehen. Daneben dient der Schrein auch als Ort für traditionelle Zeremonien wie Shichi‑go‑san und auch für Hochzeiten, Außerdem wurden populärkulturelle Angebote entwickelt, zum Beispiel spezielle Omamori (Schutzamulette) für Elektronik oder Kooperationen mit Animeprojekten, wodurch die Besucherstruktur am Kanda-Schrein sehr vielfältig geworden ist.
Wir begnügten uns mit einer kleinen Runde durch das Schreingelände, woebi ich wie üblich eine ganze Menge Fotos machen musste. Aber so hatte ich wenigsten ein wenig Bildermaterial für diesen Blogbeitrag, mit dem ich auch meine eigenen Erinnerungen ein wenig Auffrischen konnte.
Eine Runde durch Tokio ist immer aufregend und abwechselnd, und wenn man die Augen aufmacht, sollte es nicht schwerfallen, dass man selber auch staunend und begeistert durch die Straßen dieser faszinierenden Stadt läuft. Tokio ist immer eine Reise wert und bietet auch mir noch eine ganze Menge an Abenteuern.
Manchmal sind es große und historische Orte wie der Kanda-Schrein, und woanders kleine versteckte Details, die mich zum Schwärmen bringen. Und wenn ich so auf meine vielen Bilder schaue, die ich während meiner Besuche in der japanischen Hauptstadt gemacht habe, stelle ich fest, dass ich hier schon eine ganze Menge erlebt habe. Und ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch, bei dem es mit Sicherheit wieder etwas Interessantes zu entdecken gibt

⚠️⚠️⚠️ ALERT ⚠️⚠️⚠️
HIVE coin is currently at a critically low liquidity. It is strongly suggested to withdraw your funds while you still can.