Heute und damals liegen oft ganz dicht zusammen 👹🍣🎎 Mein Japan

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Gestern und Heute - obwohl unsere Vergangenheit und unsere Zukunft viele Gemeinsamkeiten haben, könnte sie manchmal gar nicht verschiedener sein. Aber auch bei all den Unterschieden und Veränderungen kann man doch immer wieder ein paar Konstanten entdecken, die sich durch den Lauf der Geschichte ziehen. Gerade hier in Japan fällt es meist gar nicht schwer, eine Verbindung zwische dem Jetzt und dem Damals zu knüpfen, und es ist meist sehr interessant, was man dabei alles zu sehen bekommt.

Viele Schreine und Tempel in Japan haben eine lange Geschichte. Auch wenn sie im Laufe der Zeit ihr Antlitz verändert haben, wandelt man hier doch oft auf historischen Grund und Boden. Auf dem ersten Blick mag man das nicht sofort fühlen, aber wer genau hinschaut, dem kann dies nicht entgehen.

Und auch wenn sich Städte wie Tokio manchmal rasend schnell verändern und wandelt, in den meisten Schreinen und Tempel passiert dieser Wandel zum Glück viel langsamer und auch behutsamer. Glücklicherweise ist Tokio in den letzten Jahrzehnten von größeren Katastrophen verschont geblieben, so dass einige Orte in dieser fasziniereden Stadt ihrer alten Charm behalten konnten.

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Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel der Tomioka Hachiman-gū Schrein in Monzen‑Nakachō, den ich bei meinem letzten Besuch in der japanischen Hauptstadt besichtigt hatte. Der Schrein liegt im Tokioter Stadtteil Koto und gehört zu den bedeutendsten Shintō‑Schreinen der Stadt. Er wurde 1627 in der frühen Edo‑Zeit gegründet, als das Gebiet Fukagawa durch Landaufschüttung neu erschlossen wurde. Der Tomioka Hachiman-gū ist dem Kriegsgott Hachiman gewidmet und entwickelte sich rasch zu einem spirituellen Zentrum der wachsenden Stadt, das sowohl von einfachen Bewohnern als auch von Samurai und Händlern besucht wurde.

Besonders berühmt wurde er durch das Fukagawa‑Hachiman‑Matsuri, eines der drei großen Feste Edos, bei dem bis heute prächtig geschmückte Mikoshi durch die Straßen getragen werden. Im Laufe seiner Geschichte wurde der Schrein mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt nach den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs, doch seine weitläufigen Anlagen, das imposante Torii und die ruhige Atmosphäre bewahren bis heute den Charakter eines historischen Heiligtums mitten im modernen Tokio.

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Das heutige Hauptgebäude (Honden) des Tomioka Hachiman‑gū stammt aus der Nachkriegszeit, genauer gesagt aus den 1950er‑Jahren. Der ursprüngliche Schrein aus der Edo‑Zeit wurde 1945 bei den Luftangriffen auf Tokio vollständig zerstört, und die Anlage wurde anschließend in traditioneller Form, aber mit modernerer Bauweise, wieder aufgebaut. Dadurch verbindet das heutige Hauptgebäude historische Gestaltungselemente mit der soliden Architektur der frühen Nachkriegszeit, und wirkt weiterhin so, als würde es aus einer Zeit stammen, die schon lange vorbei ist.

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Ich habe eine Kopie eines Ukiyo-e Holzschnittes entdeckt, welches uns die Schreinanlage zeigt, wie sie in früheren Jahrhunderten einmal ausgesehen habe mag. Der Farbholzschnitt heißt „Fukagawa hachimangū keidai“ und wurde 1856 von Utagawa Hiroshige als Teil seiner späten Meisterserie „Hundert berühmte Ansichten von Edo“ erschaffen. In dieser Serie zeigt er er bedeutende Orte der früheren japanischen Hauptstadt mit atmosphärischer Klarheit und feinem Gespür für Jahreszeiten und Alltagsszenen.

Das Bild zeigt das Gelände des Tomioka Hachiman‑gū im damaligen Fukagawa, dem heutigen Monzen‑Nakachō, und verbindet die ruhige Architektur des Schreins mit dem lebendigen Treiben der Besucher. Dadurch entsteht eine charakteristische Mischung aus poetischer Stimmung und dokumentarischer Beobachtung, die uns einen lebendigen Eindruck vom religiösen und gesellschaftlichen Leben im Edo des 19. Jahrhunderts vermittelt.

Das Schreingelände hat sich im Lauf der Zeit sehr verändert, insbesondere stehen dort heute nicht mehr so viele hohe Bäume. Aber wenn ich genauer hinsehe, kann ich das Gestern doch recht gut einordnen und mit dem Heute verbinden.

Gerade weil ich diesen Ort selber besucht habe, macht es Spaß, sich solche alten Bilder ein wenig genauer anzuschauen. Dabei bekommt man ein ganz anderes Gespür für für das Hier und Jetzt, wobei ich mir dann wieder einmal eine Zeitmaschine wünsche, um mich zurück in die Vergangenheit zu versetzen. Es wäre faszinierend zu vergleiche, wie dieser Schrein vor 100, 200, 300 und auch vor 400 Jahren ausgesehen hat, und den Wandel der Zeiten ganz persönlich zu begleiten.

Aber gut, auf Zeitreisen müssen wir noch ein wenig warten. Und deshalb freue ich mich einfach auf meinen nächsten Tokiobesuch in der hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft, bei dem ich mit Sicherheit wieder eine weitere wunderbare Seite meiner Lieblingsstadt entdecken werde....

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