Ein Ausflug zum Herz des Landes 👹🍣🎎 Mein Japan

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In der letzten Zeit ist es leider viel zu selten vorgekommen, dass wir Neuland entdecken konnten. Deshalb hatte ich mich um so mehr gefreut, als wir endlich mal wieder den Plan hatten, hier in Japan ein wenig unbekanntes Territorium zu erkunden. Unsere unmittelbare Umgebung ist uns mittlerweile ziemlich vertraut und ich muss dabei leider zugeben, nicht immer so aufregend und interessant wie zu der Zeit, als ich hier alles mit großen Augen aus einer ganz anderen, damals noch neuen und unschuldigen Perspektive betrachtet hatte. Aber diese Zeit ist irgendwie vorbei, auch hier im Land der aufgehenden Sonne setzt irgendwann der Gewöhnungseffekt ein. Zumindest in großen Teilen, denn glücklicherweise ist der Alltag dann doch nicht ganz so monoton, wie er in heimatlichen Gefilden werden kann.

Und wenn wir weiter rausfahren und genügend Zeit haben, schaffen wir es ab und zu dann doch dorthin, wo mich der Wind noch nicht hingetragen hat. Auch wenn Japan auf der Weltkarte nicht gerade riesengroß erscheint, ist das Land doch alles andere als klein, und es gibt für mich hier noch eine ganze Menge zu sehen und zu bestaunen. Leider komme ich dort dann doch nicht so schnell hin und ohne großen Aufwand sind längere Reisen für uns nur selten zu organsieren.

Aber wie auch immer, gelegentlich klappt es ja doch, dass wir bei einem Tagesausflug etwas weiter rauskommen, auch wenn wir dafür dann eben etwas länger fahren müssen. Aber sich meisten herausstellt, lohnt sich der Aufwand eben doch, und wir werden für unsere kleine Mühen mit neuen Erfahrungen und tollen Bildern belohnt. Japan beeindruckt nämlich nicht nur mit seinen riesigen turbulenten Städten, sondern hat auch auf dem Land und in der Natur so einiges zu bieten, was mich begeistern tut.

Die Jahreszeit spielt dafür gar keine Rolle, haben doch alle Zeiten des Jahres seinen Reiz und etwas ganz besonderes zu bieten. Auch wenn ich wohl den Frühling am liebsten habe, lohnt es sich doch vor allem im Herbst raus in die Berge und Wälder zu kommen. Die Stimmung, die einen dann empfängt, ist äußerst reizvoll, was nicht nur an den tollen Farben liegt, mit denen die Natur einen dort empfängt. Die späte Jahreszeit vermittelt jedes Mal wieder eine ganz spezielle, ruhige und dabei so flüchtige Atmosphäre, die mich schon so oft in ihren Bann gezogen hat.

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Vor einiger Zeit hat mich ein herbstlicher Ausflug in die Sekikawa-Region gezogen, wo wie dem Araka-Fluss gefolgt sind, und uns dabei ein wenig von der Magie der Jahreszeit haben leiten lassen. Folgt mir doch einfach und schaut euch zusammen mit mir an, wie zauberhaft dieser Teil Japans wirken kann...

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Wie gesagt, wir waren mit dem Auto unterwegs, was notwendig ist, wenn man ein wenig abseits der allzu bekannten Pfade unterwegs ist. Gerade in den Regionen, in denen nicht allzu viele Touristen unterwegs ist, kommt man dem Herz des Landes meist recht nahe.

Im Inneren des Landes besteht Japan zum größten Teil aus Bergland, welches von unzähligen Flüssen durchzogen ist. Entlang vieler Flüsse wurden im Laufe der Teil Straßen gebaut, so dass sich diese Regionen mittlerweile ganz gut erkunden lassen. Ab und zu gibt es dann natürlich auch Brücken, die diese Flüsse überqueren, und wenn man sich die Zeit nimmt, um anzuhalten, bekommt man von dort ganz tolle Einblicke und Ausblicke geboten.

Genau so wie hier an dieser Stelle, wo der Fluss eine kleine Biegung nimmt und man einen großartigen Blick auf die Landschaft drumherum bekommt. Und es sind Panoramen wie diese, wegen denen ich hierher gekommen bin und die ich genießen wollte.

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Und an anderen Stellen sah es ganz ähnlich aus, was mich aber kein bisschen gestört hatte. Von Anblicken wie diesen kann ich einfach nicht genug bekommen und an Stellen wie dieser freut sich mein Herz und meine Seele fängt an zu fliegen. Diese ruhige, fasr erhabene Stimmung schafft es immer wieder, mich in meinen Wegen zu stoppen und mich einzufangen.

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Und nicht nur die Aussicht von den Brücken, auch die Bauwerke selbst üben einen Reiz auf mich aus. Vielleicht liegt es am omnipräsenten Zinnoberrot, welches man in Japan aus Schreinen und auch Tempeln kennt, und welches auch dort für eine ganz besondere, fast schon edle Stimmung sorgt.

Und das klappt dann auch hier mitten in den Bergen, und dafür braucht es keinen alten Tempel oder Schrein, auch eine metallene Brücke schafft es, genau dieses Gefühl bei mir hervorzurufen. Und dem gebe ich nur allzu gerne nach.

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Apropos Schreine, an diesem kleine Yama-jinja genannten Schrein kamen wir auch vorbei. Nun ja fast um ehrlich zu sein, denn einen kleinen Umweg mussten wir schon machen, auf den uns wieder einmal Google Maps gebracht hatte, welches ich bei der Planung unseres Ausflugs hinzugezogen hatte. Diese Anwendung hat mir schon so einige lohnende Ziele verraten, welches sich links und rechts unseres Weges befanden, und bei denen ich es nicht bereut hatte, ein wenig Extrazeit einzuplanen und ein wenig weiter zu fahren.

Und so war es auch an dieser Stelle, beim Berg-Schrein, wie der Name übersetzt hat. Klein und charmant ist er wohl genau das, was ich hier erwarte hatte und sehen wollte. Groß und imposant brauche ich woanders, hier im Herzen des Landes geht es auch gerne eine Nummer kleiner, dafür aber ehrlich und authentisch.

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Wir kamen dann auch an diesem Wasserfall vorbei, der sich auf der andere Seite des Flusses ins Wasser ergießt. Eigentlich ist er direkt neben der Straße zu sehen, aber dafür müsste man anhalten und aussteigen. Und dabei muss man dann sehr auspassen, nicht von hinter einem vorbeirauschenden Verkehr erfasst zu werden, was für mich aber auch gar kein Grund war, hier nicht zu stoppen und mir das Ganze in Ruhe anzusehen. Für mich hatte es sich auf jeden Fall gelohnt.

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An anderen Stellen kam man dem Fluss etwas näher, wofür man gar nicht zu lange laufen musste. Aber auch diese Stelle scheint wohl den Einheimischen vorbehalten zu sein, und nur sehr selten dürfte es vorkommen, dass jemand so wie ich an jenem Tag, diesen Platz entdeckt und sich die Mühe macht, bis hierher zu laufen.

Ich war froh, dass ich mich im Vorfeld ein wenig informiert hatte, und mit ein wenig Glück die Stelle gefunden hatte, wo ich das Auto abstellen und den kleinen unscheinbaren Pfad folgen konnte, der mich an genau diese Stelle gebracht hatte.

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Auch dort befand sich ein kleiner Schrein, bei dem ich wieder einmal der Einzige war. Aber die Aussicht, die ich von hier genießen durfte, hatte mich in meiner Entscheidung hierher zu kommen, nur noch bestärkt. Das ist die Herbststimmung, die ich gesucht hatte, und genau hier an Orten wie diesen mitten in den Bergen Japans konnte man diese am besten spüren.

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Auch wenn es oben am Himmel noch herrlich blau leuchtete, wurde es hier unten zwischen den Bergen doch ziemlich schnell schattig. Die Herbstsonne steht bereits ziemlich tief und geht immer früher unter, was man gerade im Gebirge am deutlichsten spüren kann. Aber nichtsdestotrotz verbreitete auch dieser Ort diese erhabene Stimmung, die mir an diesen Tag so oft begegnet ist, und derem Reiz ich nur zu gerne verfalle.

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Unten im Tal mag es an einigen Stellen bereits schattig sein, aber wenn man etwas höher hinaufgeht, wird es noch einmal richtig hell und warm. Wir hatten uns einen kleinen Aufstieg gegönnt, der am Ende länger und steiler war als gedacht, sich aber auf jeden Fall gelohnt hatte. Ein bisschen Schwitzen gehört doch einfach dazu und wenn man oben angekommen ist, weiß aber sofort, warum man sich dieser Anstrengung unterzogen hat.

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Ab und zu muss man die Welt einfach von oben sehen, dabei man seine eigene Perspektive mal wieder ein wenig justieren kann. Ob Aussichtstürme oder Berggipfel, von oben betrachte erscheint alles viel weniger dramatisch und die eigene Probleme wirken viel weniger bedrückend als zuvor.

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Auch von hier oben kehre ich nicht allzu gerne wieder zurück nach unten. Hier oben ist der Alltag weit weg und es scheint, als liege einem die Welt zu Füßen. Kein Lärm und keine Hektik, und obwohl sich vor den eigene Augen große Weiten zeigen, ist man doch ganz nah dran am Puls des Landes, und spürt ihn ganz deutlich.

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Und vor solch einer Aussicht schmeckt die mitgebrachte Stärkung doch auch am besten. Bei uns waren es wie üblich kleine Reisbällchen, mit wechselnder Füllung wie Kombu und Lachs und eingewickelt in ein Stückchen Seetang. Der perfekte Snack um sich wohlzufüllen und für den Rest des Weges zu stärken.

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Für uns ging es dann langsam wieder zurück, und wir begannen den Weg raus aus dem Bergland anzutreten. Da wir an jenem Tag etwas weiter gefahren waren als üblich, hatten wir noch ein ganzes Stück vor uns, bis wir wieder zu Hause sein würden. Die Sonne war nun bereits am untergehen und in Kürze würde sie sich für diesen Tag verabschieden. Wir hatten es ja eigentlich nicht eilig und waren sehr froh, hier draußen in der Natur zu sein, und an diesem Tag etwas für uns Neues entdeckt und erkundet zu haben. Da war es dann auch egal, dass wir den größten Teil der Rückfahrt im Dunkeln machen würden, die Bilder von diesem tollen Tag waren ja noch taufrisch und direkt vor unseren Augen.

Am liebsten wären wir am nächsten Tag gleich wieder hierher gekommen, aber letztendlich war der Aufwand dann doch zu große gewesen und wir hatten nicht ganz so viel Zeit. Aber wir wissen ja jetzt, wie es hier ausschaut, und dass es sich auf jeden Fall lohnt, hier noch einmal her zu kommen.

Mal schauen, wohin uns der nächste Ausflug führen wird. Ein paar Ideen habe ich noch, und ich muss dabei dann noch mein kleines Team überzeugen, welches ich bei solchen Touren unbedingt dabei haben will. Gemeinsamer und geteilter Spaß ist um so größer, und das ist dann auch ein Grund, warum ich euch diese Bilder hier zeige.

Ich hoffe, ich schaffe es damit ein wenig, euch den Reiz des japanischen Herzlandes zu vermitteln und vielleicht ein wenig die Neugier zu wecken auf all das, was das Land der aufgehenden Sonne abseits der bekannten Touristenpfade noch zu bieten hat. Eine ganze Menge, und einiges davon werde ich auch weiterhin hier mit euch teilen. Schaut also unbedingt bald wieder hier vorbei, damit ihr auch ja nichts verpasst.....

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