Glück auf im Markus-Röhling-Stolln
Mit der Grubenbahn tief in den Berg
Besuch im Markus-Röhling-Stolln in Frohnau

Glück auf!
Unser Besuch im Besucherbergwerk Markus-Röhling-Stolln Frohnau e. V. begann nicht wie ein normaler Museumsbesuch. Es ging nicht einfach durch eine Tür in eine Ausstellung, sondern zuerst mit der Grubenbahn in den Berg hinein.
Auf 600-mm-spurigen Gleisen fuhren wir etwa 600 Meter in den Stolln. Dunkelheit, enge Wände, feuchte Luft und das Rattern der Bahn machten sofort klar: Jetzt geht es wirklich unter Tage. Nach der Einfahrt befanden wir uns etwas über 80 Meter unter der Erde.

Der Markus-Röhling-Stolln liegt im Ortsteil Frohnau der Stadt Annaberg-Buchholz. Die Bergbaugeschichte in dieser Gegend reicht weit zurück. Nach dem ersten Silberfund am nahen Schreckenberg im Jahr 1491 wurde auch im späteren Grubenfeld der Fundgrube Markus Röhling gearbeitet.
Um das Jahr 1500 begann man mit dem Vortrieb des Orgelstollns, der zur Entwässerung der Gruben diente. Kurz darauf entstand der tiefer liegende St. Anna Stolln, der heutige Markus-Röhling-Stolln. Im Jahr 1733 wurde der Haupterzgang entdeckt. Bis zur Einstellung des Grubenbetriebes im Jahr 1857 wurden hier etwa 15 Tonnen Silber und fast 2600 Tonnen Kobalterz gefördert.
Wenn man heute durch diese Gänge läuft, bekommt man eine Ahnung davon, wie hart diese Arbeit gewesen sein muss. Kein modernes Licht, keine Maschinen wie heute, keine bequemen Wege. Nur Fels, Wasser, Dunkelheit und körperliche Arbeit.
Besonders auffällig sind die unregelmäßigen Gänge. Sie verlaufen nicht gerade wie ein moderner Tunnel, sondern folgen der Erzader. Das harte Nebengestein wurde nur dort entfernt, wo es wirklich nötig war. Genau deshalb wirken viele Strecken so unförmig und natürlich.

Ein spannender Punkt war eine alte Inschrift im Fels. Dort ist unter anderem das Jahr 1796 zu erkennen. An dieser Stelle war früher ein kleineres Wasserrad mit etwa 4 Metern Durchmesser eingebaut. Der Platz dafür wurde noch von Hand aus dem Fels gehauen, mit Schlägel und Eisen, dem klassischen Werkzeug und Symbol der Bergleute.
Später wurde im Stolln ein großes hölzernes Wasserrad mit 10 Metern Durchmesser eingebaut. Für diesen größeren Hohlraum wurde dann auch mit Schwarzpulver gesprengt. Insgesamt waren im Markus-Röhling-Stolln drei Wasserräder im Einsatz. Das zeigt gut, wie aufwendig die Technik unter Tage war.




Auch die Zeit nach 1945 spielt in der Führung eine Rolle. Damals nahm die Sowjetische Aktiengesellschaft Wismut den Bergbau erneut auf. Gesucht wurde nach Uranerz, das für das sowjetische Atomprogramm von großer strategischer Bedeutung war. Im Bereich des Markus-Röhling-Stollns wurde jedoch nur wenig Uran gefunden, deshalb wurde die Suche später wieder abgebrochen.
So erzählt der Stolln nicht nur von Silber und Kobalt, sondern auch von einem Stück Nachkriegsgeschichte.


Unser Steiger Michael hat die Führung richtig gut gemacht. Man merkte sofort, dass er weiß, wovon er spricht, und dass ihm dieser Ort am Herzen liegt. Es waren keine trockenen Zahlen, sondern lebendige Geschichte.
Die Führung dauerte etwa 1,5 Stunden. Unter Tage ging es auch noch ein gutes Stück zu Fuß weiter, dazu kamen drei kurze Treppenanlagen. Im Stolln herrschen nur etwa 8 bis 10 Grad, eine Jacke ist also wirklich sinnvoll.




Für uns war der Besuch im Markus-Röhling-Stolln ein echtes Erlebnis. Die Fahrt mit der Grubenbahn, die Tiefe von über 80 Metern, die alten Gänge, das Wasserrad und die vielen Erklärungen machten diesen Ausflug besonders.
Es ist kein Hochglanzmuseum, sondern Geschichte zum Anfassen. Direkt im Berg.
Glück auf!
English Summary
We visited the Markus-Röhling-Stolln visitor mine in Frohnau, near Annaberg-Buchholz. The tour started with a mine train ride about 600 meters into the mountain. After that, we were more than 80 meters underground.
The mine has a long history. Silver and cobalt were mined here for centuries. Until mining stopped in 1857, around 15 tons of silver and almost 2600 tons of cobalt ore were extracted.
One of the most impressive parts was seeing how irregular the tunnels are. They do not run straight like modern tunnels, but follow the ore vein. We also saw an old inscription from 1796, the place of a former 4 meter water wheel and a large wooden water wheel with a diameter of 10 meters.
After 1945, the Soviet Aktiengesellschaft Wismut searched for uranium ore in this area. Only very little uranium was found here, so the search was later stopped.
Our guide Michael made the tour very interesting and brought the history of the mine to life. For us, the Markus-Röhling-Stolln was not just a museum visit. It was history you can feel, directly inside the mountain.
Glück auf!

📸 Instagram: hornet_on_tour
🖼 Photo: Hornet on Tour
Da wurde noch mit Hand gearbeitet,
meist über 12 Stunden , kein Tageslicht, Staub geschluckt und eingeatmet...
Kein Vergleich zu heutigen Arbeitsverhältnisen
Lg 🤠
War das nicht beklemmend? Oder gewöhnt man sich daran.
Für mich gab es da, kein Problem.